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22.09.2011

RehaCare

Demenz und Inklusion im Mittelpunkt

Die Themen Demenz und Inklusion behinderter Menschen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen RehaCare, die vom Mittwoch an bis zum Samstag in Düsseldorf stattfindet. Der begleitende Kongress wird sich zwei Tage lang ebenfalls dem immer wichtiger werdenden Thema Demenz sowie dem Wohnen im Alter widmen, wie Messegeschäftsführer Joachim Schäfer am Dienstag mitteilte. Vier Tage lang präsentieren insgesamt knapp 500 Aussteller aus 29 Ländern Lösungen für zahlreiche Lebensbereiche und
fast jedes Handicap behinderter und alter Menschen.

Das Angebot der RehaCare, die zum 22. Mal als Internationale Fachmesse mit Kongress in Düsseldorf stattfindet, reicht von Mobilitäts- und Alltagshilfen über Hilfsmittel für ambulante oder stationäre Pflege, Kommunikationstechnik und barrierefreie Wohnwelten bis zu Ideen für Freizeit, Reise und Sport. Obwohl die Messe schwerpunktmäßig auf hoch spezialisierte Lösungen für behinderte und pflegebedürftige Menschen setzt, öffnet sie sich nach Veranstalterangaben auch einem zweiten Wachstumsmarkt: dem Seniorenmarkt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe wird nach Angaben ihres Bundesgeschäftsführers Martin Danner während der RehaCare aktuelle sozialpolitische Entwicklungen beleuchten. Neben dem seniorengerechten Wohnen werde man auch Therapie- und Begleithunde präsentieren und für Menschen mit Schluckstörungen das „Smooth-Food-Konzept“ vorstellen, das auf den klassischen Zubereitungsarten und Anwendungen aus der Molekularküche basiert.

Erneut werden sich weit über 100 Selbsthilfegruppen auf der Internationalen Behindertenmesse präsentieren. Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, erklärte vor dem Start der Messe, dass es derzeit rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland gibt. In den nächsten 30 Jahren werde sich die Zahl voraussichtlich verdoppeln. Laut Jansen ist trotz der offenkundigen Bedeutung der Erkrankung das Wissen um Symptomatik, Vorbeugung und Therapie noch immer gering. Es komme darauf an, die Gesamtbevölkerung und einzelne Berufsgruppen auf die Probleme der Demenzpatienten vorzubereiten, sagte Jansen. Ihre Gesellschaft führt dazu unter anderem Kurse für Straßenbahnfahrer, Polizeibeamte, Verkäuferinnen und Bankangestellte durch. Neben einer möglichst frühzeitigen Erkennung von Demenz komme es auch darauf an, den Krankheitsverlauf mit seinen Auswirkungen deutlich zu verlangsamen.

Die Landesvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) Gerda Gesundheit Bertram warb aus Anlass der Messe für „eine tragfähige, solidarische Pflegeversicherung.“ Es dürfe nicht sein, dass das Risiko, pflegebedürftig zu werden, Schritt für Schritt auf die Betroffenen allein abgewälzt würde.

Nach Angaben der Messegesellschaft leben derzeit bundesweit 9,6 Millionen Menschen mit Behinderungen. Pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes seien davon etwa 2,34 Millionen Bürger. Alleine in NRW leben nach Angaben des SoVD 2,3 Millionen Menschen mit Behinderungen, darunter über 1,6 Millionen Schwerbehinderte. 500.000 Menschen an Rhein und Ruhr seien als pflegebedürftig anerkannt, gab der Verband an.

text: epd-west/ör-wj

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