05.08.2011
Pflege
Branche soll mehr ausbilden
Im ›SommerInterview‹ mit der Rheinischen Post hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen die Pflegebranche zu verstärkter Ausbildung aufgerufen. Nur so sei dem zu erwartenden Mangel an Fachkräften zu begegnen. Die Ministerin konstatierte, dass die Branche derzeit weit unter ihren Möglichkeiten und ihrem Bedarf ausbilde: »Nur zwei Drittel der Erstausbildungen kommen aus der Pflegebranche. Ein Drittel organisiert und finanziert die Bundesagentur für Arbeit. Das gibt es in keiner anderen Branche.« Die Pflegebranche müsse »viel mehr Fachkräfte selbst ausbilden und das eigene Potenzial ausschöpfen, bevor sie Kräfte aus dem Ausland holt«, kritisierte von der Leyen.
Einer vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste beauftragten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zufolge werden allein bis zum Jahr 2020 in Deutschland 220.000 zusätzliche Vollzeit-Pflegekräfte für alte Menschen und Pflegebedürftige benötigt. Da die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von derzeit 2,5 Millionen in den kommenden vierzig Jahren auf etwa vier Millionen steigen wird, werde sich der Bedarf an Pflegefachkräften bis dahin auf bis zu 2,1 Millionen Beschäftigte mehr als verdoppeln, sagte der IW-Experte Dominik Enste. Derzeit gibt es in der Pflege 970.000 Arbeitsplätze, davon 680.000 Vollzeitstellen. Verbandspräsident Bernd Meurer warnte vor einem »Pflegenotstand« und forderte Erleichterungen bei Ausbildung und Umschulungen. Zudem seien Fachkräfte aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland nötig, um die Lücken zu schließen.
text:epd/ör-mg
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