08.08.2011
Somalia
Unterernährung von Kindern dramatisch
Kindernothilfe erhöht humanitäre Hilfe auf 1,2 Millionen Euro Entwicklung
Die Duisburger Kindernothilfe erhöht ihre humanitäre Hilfe für die Dürre-Opfer am Horn von Afrika auf 1,2 Millionen Euro. Bislang würden in Nothilfeprojekten der Kindernothilfe und ihrer Kooperationspartner in Äthiopien, Kenia und Somalia rund 56.000 Menschen, darunter etwa 28.000 Kinder erreicht, erklärte die Organisation.
Als besonders dramatisch bezeichnete Koordinator Dietmar Roller die Unterernährung von Kindern in Somalia, vor allem in den nicht registrierten Camps in der Hauptstadt Mogadischu. „Ein Unterernährung dieses Ausmaßes habe ich in den offiziellen Flüchtlingslagern nicht gesehen“, erklärte Roller. Die Kinder seien extrem ausgehungert und dehydriert. Außerhalb von Lagern sei die Situation noch katastrophaler. „Über die ganze Stadt verteilt haben Hunderte von kleinen Flüchtlingsgruppen in den Ruinen der Stadt Zuflucht gesucht.“
Die Solidarität der Somalier sei beeindruckend, erklärte Roller. Die Stadtbewohner teilten mit den Flüchtlingen das Wenige, das sie selbst zu essen haben. Die Partnerorganisation International Aid Services, die seit 20 Jahre in Somalia tätig sei, werde sich vor allem um diese verstreuten Flüchtlingsgruppen kümmern. Zudem seien in Mogadischu zunächst vier Kinderzentren aufgebaut worden, um
Kindern Schutz, Mahlzeiten, psychosoziale Betreuung und Spielmöglichkeiten zu bieten.
In Äthiopien und Kenia konzentrierten sich zwei äthiopische Partnerorganisationen auf Unterstützung für Menschen außerhalb der offiziellen Lager, hieß es. Neben Zusatznahrung für unterernährte Kinder und stillende Mütter werde Heu für die Tiere verteilt. Das Auswärtige Amt unterstütze diese Arbeit mit 250.000
Euro.
text: epd-west/ör-wj
foto: kindernothilfe
zurück zur Übersicht