14.11.2011
Über den Zaun
Westfalen beginnt hinter Langerfeld

Präses Alfred Buß geht im März in Ruhestand. Zwei mögliche Nachfolgerinnen stehen zur Wahl.
Mit einem feierlichen Gottesdienst hat am Montag in Bielefeld die diesjährige Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen begonnen. In seiner Predigt rief der Bochumer Superintendent Peter Scheffler dazu auf, trotz Strukturdebatten das Zentrum des Glaubens nicht aus dem Blick zu verlieren. Viele stünden in der Gefahr, im alltäglichen Geschäft die Übersicht zu verlieren und unterzugehen in all dem, was getan werden müsse. Damit dieser Teil der Wirklichkeit nicht gefangennehme, müsse auch die Hoffnung vermittelnde Wirklichkeit des Glaubens gesehen werden.
Im Mittelpunkt des ersten Synodentages stand der letztmalige Bericht von Präses Alfred Buß, der im März in den Ruhestand geht. Am Mittwoch entscheidet das Kirchenparlament über seine Nachfolge. Kandidatinnen für das Spitzenamt der westfälischen Landeskirche sind die Siegener Superintendentin Annette Kurschus (48) und die leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, Angelika Weigt-Blätgen (56). Die neue Präses („Vorsitzende“) wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
Weiteres Thema der fünftägigen Beratungen ist die Zukunft des Pfarrdienstes. Wegen des Mitglieder- und Einnahmerückgangs soll die Zahl der Pfarrer bis zum Jahr 2030 von derzeit rund 2.000 auf etwa 800 sinken. Außerdem beraten die Synodalen, die knapp 2,5 Millionen Protestanten vertreten, über Familie, das Jahr der Taufe und ein Klimaschutzprogramm, mit dem die viertgrößte deutsche Landeskirche bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren will.
Die Synode beschließt ferner den landeskirchlichen Haushalt für das kommende Jahr. Sie ist mit ihren 186 stimmberechtigten Mitgliedern das höchste leitende Gremium der westfälischen Kirche, die sich aus 31 Kirchenkreisen mit 522 Gemeinden zusammensetzt.
text: epd/ör-wj
foto: ekiw
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