• startklar
  • burgholz
  • Banner Kirchenkreisinfo
  • Gottesdienste
  • Banner Kircheneintrittsstelle
  • Kirchenmusikkalender
  • Kirche im Radio
  • Diakonie wuppertal
  • Projekt Jugendkirche
  • Kirchenenergie
  • Wuppertaler Kreuzweg
  • Wuppertours

Unsere Partner

  • GESA gemeinnützige Gesellschaft für Entsorgung, Sanierung und Ausbildung mbH
  • unikat Werbeagentur GmbH Wuppertal
  • www.ev-altenhilfe.de
  • www.wichernhaus-wtal.de

Wussten Sie schon...

Datenautobahn mit Baustellen

Der erste Schritt ist geschafft: Wir sind umgezogen! Noch ist nicht alles fertig - aber wir arbeiten dran!

Mehr...

Wussten Sie schon...

Die Macht der Bilder

Bildersturm: Manche Bilder werden richtig scharf, wenn man sie direkt mit dem Cursor anklickt.
Probieren sie es links: Toll - woll?!
Aber: Das klappt nicht bei allen Bildern...nur wenn wir wollen!


Wussten Sie schon...

Fotoalbum wird zur Diashow

Wenn Sie in unseren Fotoalben bei flikr oben rechts auf den Button "Diashow" klicken, blättert das Album ganz von alleine um.

Alle Fotoalben des Öffentlichkeitsreferats

12.08.2011

50 Jahre Mauer (IV)

Widerstand und Erhebung

Silvester 1989 in Berlin (foto: bundesregierung)

Wissenschaftler: Mauerbau hat Widerstand in der DDR erstickt
Kirchen bei Wiedervereinigung Sympathien verspielt

Der Bau der Berliner Mauer vor 50 Jahren hat nach Ansicht des Münsteraner Religionssoziologen Detlef Pollack den Widerstand in der DDR gelähmt. „Nach dem Mauerbau herrschte der Eindruck, dass Staat, Parteiapparat und Sicherheitsdienst die gesamte Gesellschaft im Griff hätten“, sagte der evangelische Theologe in einem epd-Gespräch.

Dass es nur vereinzelte Proteste gab, habe an der Härte staatlicher Verfolgung sowie an dem Gefühl gelegen, nichts bewirken zu können. Erst im Wendejahr 1989 habe sich die Zuversicht entwickelt, dass das System veränderbar sei. In den Jahren davor sei jedermann klar gewesen, dass alle Veränderungsversuche am Widerstand der Sowjetunion scheitern würden, sagte Pollack, der in Leipzig Theologie studiert hat.

Auch von den Kirchen, die noch in den 50er Jahren den undemokratischen Charakter des DDR-Regimes angeprangert hätten, sei die Kritik am Mauerbau sehr verhalten ausgefallen, sagte Pollack. „Die Tatsache, dass man daran nichts ändern konnte, hat die Protestbereitschaft stark geschwächt“, erklärte der Wissenschaftler vom Münsteraner Exellenzcluster „Religion und Politik“. „Mit dem Bau der Berliner Mauer war die entscheidende Zäsur gesetzt - in den Kirchen der DDR erkannte man, dass jetzt mit dem SED-Staat auf lange Zeit gerechnet werden musste.“ Von da an hätten die Kirchen ihr Engagement darauf gerichtet, die Grenzen durchlässiger zu machen und beispielsweise über Reiseregelungen zu verhandeln, nicht aber darauf, die Spaltung Deutschlands infrage zu stellen.

Zwar habe es nach dem Mauerbau zwischen ost- und westdeutschen Kirchen noch viele Kontakte gegeben, erläuterte der gebürtige Weimarer. So habe man sich über Kuriere gegenseitig über Beschlüsse kirchlicher Gremien ausgetauscht. „Ein gemeinsames Handeln war aber kaum mehr möglich“, sagte Pollack. Die gesellschaftlichen Verhältnisse in den beiden Teilen des sich auseinander lebenden Deutschlands hätten sich zudem so verschieden entwickelt, dass jeweils andere Antworten auf unterschiedliche Herausforderungen nötig gewesen seien.

Die Gründung des „Bundes der evangelischen Kirchen“, mit dem sich die Kirchen in der DDR von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) absetzten, sei „so etwas wie ein Befreiungsschlag“ gewesen. Damit wollte man aus der „konterrevolutionären Ecke“ herauskommen, in die der Staat die Kirchen immer wieder drängte, und innerkirchliche Geschlossenheit herstellen. Den erneuten Zusammenschluss der evangelischen Kirchen nach der Wende beurteilt der Wissenschaftler als zwiespältig. Die finanzielle und institutionelle Unterstützung aus der westdeutschen Kirche habe einerseits die soziale Stellung der Kirchen im Osten gestärkt. So habe die Kirche durch die Einführung des Religionsunterrichts an den Schulen oder der gesamtdeutschen Soldatenseelsorge auch Ausstrahlungskraft auf viele konfessionslose Menschen.

Der Eindruck, dass die Kirche aus dem Zusammenbruch der DDR gestärkt hervorgehe und inmitten zusammenbrechender Institutionen und Vereine eine Art Siegerinstitution sei, habe jedoch auch viele Sympathien gekostet. „Hier hätte man etwas sensibler und vorsichtiger vorgehen müssen.“

Ministerpräsident Sellering: Das Bestmögliche versucht
Mauerbau-Jahrestag entfacht erneute Diskussion über ostdeutsche Biografien

Kurz vor dem 50. Jahrestag des Mauerbaus gewinnt die Diskussion über den Umgang mit der DDR-Geschichte und die Rolle der Kirchen an Fahrt. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sagte am Montag in Schwerin, dass die Lebensleistung der Menschen in den ostdeutschen Bundesländern Anerkennung finden müsse: „In der DDR haben viele Menschen unter oft schwierigen Bedingungen das Bestmögliche versucht und erreicht.“

Der frühere evangelische Magdeburger Bischof Axel Noack hob das Engagement der Kirchen für die Menschen im geteilten Deutschland hervor. Der Religionssoziologe Detlef Pollack schätzte dagegen den Einsatz der Kirchen gegen den Mauerbau als verhalten ein.

Sellering stellte in seiner Erklärung auch klar: „Diejenigen, die für die Mauer verantwortlich waren, können sich nicht auf mich berufen.“ Der Mauerbau sei durch nichts zu rechtfertigen. Kein Staat dürfe seine Bürger einmauern und mit Gewalt an der Ausreise hindern. Sellering war in den vergangenen Tagen mehrfach für Äußerungen zum Mauerbau und zum Leben in der DDR kritisiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marita Pagels-Heineking, äußerte Befremden darüber, dass der Schweriner Regierungschef nicht an der zentralen Gedenkveranstaltung in der Zarrentiner Kirche am Samstag teilnehmen wird.

Der frühere Bischof Noack erinnerte in Halle daran, dass die Kirchen in der DDR immer wieder zum „Hierbleiben“ aufgerufen hätten. Sie seien jedoch die einzige größere gesellschaftliche Gruppe geblieben, die während der deutschen Teilung über Patenschaften und Partnerbeziehungen Kontakte zu Menschen an der Basis und nicht nur auf Funktionärsebene aufrechterhalten habe. Nach Ansicht des Religionssoziologen Detlef Pollack ist die Kritik der Kirchen, die noch in den 50er Jahren den undemokratischen Charakter des DDRRegimes angeprangert hätten, beim Mauerbau sehr verhalten ausgefallen.

„Die Tatsache, dass man daran nichts ändern konnte, hat die Protestbereitschaft stark geschwächt“, erklärte der Wissenschaftler vom Münsteraner Exellenzcluster „Religion und Politik“ in einem epd-Gespräch. „Mit dem Bau der Berliner Mauer war die entscheidende Zäsur gesetzt - in den Kirchen der DDR erkannte man, dass jetzt mit dem SED-Staat auf lange Zeit gerechnet werden musste.“ Von da an hätten die Kirchen ihr Engagement darauf gerichtet, die Grenzen durchlässiger zu machen und beispielsweise über Reiseregelungen zu verhandeln, nicht aber darauf, die Spaltung Deutschlands infrage zu stellen.

Unterdessen wurde am Montag in Teltow die erste von 29 Erinnerungsstelen für die Opfer an der DDR-Grenze in Brandenburg enthüllt. Ministerpräsident Matthias Platzeck und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) riefen bei der Feier in Anwesenheit von Hinterbliebenen dazu auf, die Erinnerung an die Todesopfer der Berliner Mauer wachzuhalten. Die Schicksale der Menschen dürften nicht in Vergessenheit geraten.

text: epd-west/ör-wj
foto: bundesregierung

zurück zur Übersicht