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01.11.2011

Lutherstift 165

Traumtanzen zum Geburtstag

Jo Ann Endicott liest und erzählt aus "Warten auf Pina" (foto: uwe schinkel)

2011 blickt das Seniorenzentrum Lutherstift auf eine 165jährige Geschichte zurück. In diesen vielen Jahren hat das Haus viele Wandlungen erfahren, dabei aber immer seine vom diakonischen Gedanken geprägte Identität erhalten und gestärkt.

In den letzten Jahren hat sich das Lutherstift zu einem Ort der Begegnung auf dem Ölberg entwickelt. Mit seinem vielfältigen und qualitativ hochwertigen Kulturprogramm bringt das Seniorenzentrum regelmäßig Künstlerinnen und Künstler in seinem wunderschön ausgebauten Kirchsaal und Kaminzimmer mit Menschen aus dem Stadtteil zusammen.

Zum 165jährigen Jubiläum möchte die Einrichtung zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Angehörigen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem ganzen Ölberg feiern. Zu einer anständigen Feier gehört das Tanzen. Auch Träumen darf man – von der Geschichte, aber auch von einer Zukunft.

Beides – Tanzen und Träumen – haben die Künstler Andy Dino Iussa und Erhard Ufermann für das Lutherstift ins Zentrum der Feierlichkeiten gerückt:

Das Programm TRAUMTANZEN am 05. November 2011
Unter dem Motto „TRAUMTANZEN“ wird am 5. November 2011 ab 15 30 Uhr eine ungewöhnliche Foto-Ausstellung vorgestellt, in deren Zentrum Seniorinnen und Senioren stehen, die ihre Träume noch nicht verloren oder gar aufgegeben haben. „Träumen“ und „Tanzen“ scheinen der Jugend vorbehalten zu sein. Die reale Möglichkeit des Tanzens ist oft durch die Grenzen des Körpers im Alter verunmöglicht. Und: Wovon träumt eigentlich jemand am Ende seines Lebens? Habe ich meine Träume verpasst oder leben können? Muss ich mir eingestehen, in manchen Dingen Traumtänzer / Traumtänzerin gewesen zu sein? Oder bin ich durch mein Leben auf eine gute Weise „traumwandlerisch“ gekommen?

Eine ungewöhnliche Foto-Ausstellung: Persönlichkeiten in Bewegung
In diesem Projekt werden Bewohnerinnen und Bewohner des Lutherstifts selbst zu Akteuren, zu Tänzerinnen und Tänzern, Künstlerinnen und Künstlern. In mehreren Seminareinheiten arbeitet der brasilianische Tänzer und Choreograph Milton Camilo spielerisch mit ihnen über ihre Träume. Gemeinsam suchen sie eine Bewegung, die das Leben oder die Persönlichkeit  der Protagonisten charakterisiert.

Die Fotografin Dörthe Boxberg dokumentiert diese Arbeit und versucht, in der Zusammenarbeit mit Milton Camilo und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Augenblick in der Bewegung fotografisch festzuhalten. Aus diesen Bildern entsteht schließlich die Ausstellung.

Lesung mit Jo Ann Endicott: Warten auf Pina
Nach der Vernissage wird Jo Ann Endicott, langjährige Tänzerin bei Pina Bausch, gegen 16 15 Uhr aus ihrem Buch erzählend lesen: „Warten auf Pina“, Aufzeichnungen einer Tänzerin über ihre Arbeit auf den Bühnen der Welt und den Prozess ihres Älterwerdens in einer der weltbesten Tanzcompagnien. Sie leitete in den letzten Jahren sowohl das Projekt zum Stück „Kontakthof“ von Pina Bausch, besetzt mit Seniorinnen und Senioren, als auch die Fortsetzung des Projekts mit Jugendlichen.

Filmvorführung: Kontakthof mit Damen und Herren ab 65
Das berühmt gewordene Seniorentanztheaterprojekt „Kontakthof mit Damen und Herren ab 65“ dokumentierte die Filmemacherin Lilo Mangelsdorff. Der anrührende Film wird nach der Lesung von Jo Ann Endicott im Lutherstift gegen 17.15h gezeigt. Die Interviews und Tanzszenen im Film geben Auskunft über Menschen, die im Alter noch mal versuchen, ihre alten (Jugend-)Träume zu leben.

Nach dem Film lädt das Seniorenzentrum zu einem gemeinsamen Büffet alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle Besucherinnen und Besucher des Veranstaltungstages ein.

Tangonacht im Kirchsaal
Zum Abschluss des Tages werden TangolehrerInnen aus Wuppertal eine kleine Performance gestalten und Besucherinnen und Besucher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner
zum Mittanzen im Kirchsaal animieren. Am Ende mögen alle ihre Träume tanzen.

text: lutherstift/ör-wj

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