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08.11.2011

Diakonie-Forum

Soziale Wurzeln bewahren

Wirtschaftsexperten: Diakonie-Unternehmen müssen soziale Wurzeln bewahren

Wirtschaftsexperten haben Diakonie-Unternehmen davor gewarnt, ihr Management zu stark nach wirtschaftlichen Aspekten auszurichten. Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssten Diakonie-Unternehmen zwar wirtschaftlichen Prinzipien genügen, sagte der Schweizer Management-Berater Rolf Dubs am Freitag auf einem Diakonie-Forum in Bielefeld-Bethel. Doch mit Blick auf ihre Glaubwürdigkeit dürften die Werke soziale, ökologische und technologische Aspekte nicht außer Acht lassen. Darin unterschieden sich „normative Nonprofit-Unternehmen“ wie die Diakonie wesentlich von rein wirtschaftlichen Unternehmen und anderen privaten Mitbewerbern auf dem Sozialmarkt, sagte der frühere Rektor der Universität St. Gallen.

Alles wirtschaftliche Tun in der Diakonie müsse sich an den eigenen Wertmaßstäben messen lassen, betonte Dubs, der auf dem Forum mit dem diesjährigen mit 15.000 Euro dotierten Johann-Hinrich-Wichern-Preis ausgezeichnet wurde. Bei den Managementprinzipien sei ein autoritärer Führungsstil ebenso wenig zielführend wie ein rein demokratischer, sagte der Experte vor den rund 100 Teilnehmern. Zwar bedürfe es einer klaren hierarchischen Struktur. Aber innerhalb der Hierarchie sei ein menschlicher Umgang unabdingbar. Führungskräften in der Diakonie müssten dabei differenzieren, wo Mitarbeitende in
Entscheidungsprozesse einzubeziehen oder allein zu treffen seien. „Kirchliche Kreise machen da gelegentlich Fehler“, sagte Dubs.

Viele Nonprofit-Organisationen wie die Diakonie befänden sich in der Beschleunigungsfalle, weil es an Orientierung und klarer Schwerpunktsetzung fehle, erklärte Heike Bruch, Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen. Die Folge sei Überlastung und Mehrfachbelastung der Mitarbeiter.

Der Leiter des Instituts für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM), Pfarrer Udo Krolzik, betonte die geistliche Führungs- und Leitungskompetenz in der Diakonie als besonderes Unterscheidungsmerkmal. Führungskräfte in der Diakonie müssten besonders in der Lage sein, eine Kultur des Vertrauens zu fördern - und „zwar sowohl nach außen wie auch nach innen“.

Das 8. Forum Diakoniewissenschaft des IMD an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal-Bielefeld stand unter dem Thema „Neue Kompetenzprofile diakonischer Führungskräfte“.

text: epd-west/ör-wj

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