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29.09.2011

Jubiläum

50 Jahre Leben in Vielfalt

Vor 50 Jahren gab es keinerlei Angebote für behinderte Kinder im Kindergartenalter und keine Schulpflicht für Kinder mit Handicap – Eltern und Kinder waren auf sich gestellt. Damals gründeten engagierte Bürger in der Kinderklinik den Verein Kuratorium behindertes Kind – er ist damit der älteste Anbieter in diesem Bereich. „Die Mütter wurden allein gelassen. Außerdem haben sie sich oft geschämt“, sagt Vereinsgeschäftsführerin Marion Grünhage rückblickend.
Aus der Tagesbildungsstätte entwickelte sich 1976 eine heilpädagogische Kindertagesstätte für Kinder ab dem dritten Lebensjahr mit 63 Plätzen. Seit 1988 arbeitet der Verein mit integrativen Gruppen, sie sind in einem eigenständigen Verein ausgegliedert. Parallel zur Versorgung der Kindergartenkinder bietet das Kuratorium seit 32 Jahren die Frühförderung für Kinder ab der Geburt an, seit 2006 in einer eigenen Gesellschaft mit interdisziplinärem Angebot. Außerdem hat der Verein einen eigenen Fahrdienst, mit dem die Schüler zur Schule Am Nordpark gebracht werden.
Heute arbeiten im Verbund der Vereine und der Gesellschaft 140 Menschen, die sich um rund 500 Kinder mit und ohne Handicap kümmern.

In einigen Stadtteilen großer Bedarf und lange Wartelisten

Anlässlich des Jubiläums bekommt das Kuratorium jetzt einen neuen Namen: „Wir wollen die Menschen nicht länger über ihr Defizit definieren“, erklärt der Vereinsvorsitzende und Diakoniedirektor Martin Hamburger, warum der Verein zukünftig „LiV – Leben in Vielfalt“ heißt. Menschen mit und ohne Behinderung sollen in einem selbstverständlichen Miteinander aufwachsen.
Inklusion ist ein Zukunftsthema für den Verein. „Das Zusammenspiel unterschiedlicher Gruppen ist das ideale Modell“, sagt Grünhage. Bis 2013 will LiV eine integrative Gruppe anbieten. Vor allem in Oberbarmen und in Vohwinkel sei der Bedarf an integrativen Plätzen sehr groß und die Wartelisten lang. „Wir haben immer mehr Anmeldungen, als wir Kinder aufnehmen können.“ Komplett integrativ soll das Angebot aber nicht werden. „Einige Kinder brauchen einen Schutzraum“, so Grünhage.

text: westdeutsche zeitung/Nikola Dünow
fotos: ör-mg

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