24.10.2011
Soziales
Mehr benötigen Grundsicherung
In Nordrhein-Westfalen benötigen mehr Menschen staatliche Grundsicherung. Die Zahl der Frauen und Männer, deren Rente nicht ausreicht oder die wegen einer Krankheit langfristig keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können, ist Ende des vergangenen Jahres auf 200.000 angestiegen, wie das statistische Landesamt am Freitag in Düsseldorf mitteilte.
Die bedeute gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 9.115 Personen beziehungsweise um 4,7 Prozent. Der Frauenanteil liege mit 57,3 Prozent (rund 117.000 Bezieherinnen) höher als der Männeranteil.
Von der Gesamtzahl der Empfänger staatlicher Grundsicherung bezogen 112.245 Menschen ab 65 Jahren die sogenannte Grundsicherung im Alter. Dies sind Betroffene, deren Rente nicht ausreicht, um laufende Ausgaben wie Miete oder Lebensmittel zu bezahlen. Hier bilden die Frauen mit 74.916 den deutlich größeren Anteil von etwa zwei Dritteln beziehungsweise 66,7 Prozent im Vergleich zu den Männern. Die sogenannte Grundsicherung bei Erwerbsminderung erhielten Ende 2010 insgesamt 92.000 Menschen ab 18 Jahren. Hier überwiegt der Männeranteil mit rund 54 Prozent im Vergleich zu den Frauen.
Auch bundesweit verzeichnen die Statistiker einen Anstieg von Beziehern der staatlichen Grundsicherungsarten um 4,3 Prozent. Rund 797.000 Menschen erhielten Ende vergangenen Jahres staatliche Unterstützung im Alter oder bei Erwerbsminderung.
Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, waren am Jahresende 2010 deutschlandweit zwölf von 1.000 volljährigen Einwohnern auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen. Ende 2010 erhielten sieben von 1.000 der 18- bis 64-jährigen Frauen und acht von 1.000 gleichaltrigen Männer entsprechende Leistungen. Im Rentenalter war die Inanspruchnahme deutlich höher: Von jeweils 1.000 Einwohnern ab 65 Jahren waren in Deutschland 28 Frauen und 20 Männer auf entsprechende
Leistungen angewiesen.
Am häufigsten bezogen die Menschen in den Stadtstaaten Bremen (21 je 1.000 Einwohner), Berlin und Hamburg (jeweils 20) diese Sozialleistungen. Mit jeweils sieben Empfängern von 1.000 volljährigen Einwohnern nahm die Bevölkerung in Thüringen und Sachsen diese Hilfe am seltensten in Anspruch.
text: epd-west/ör-wj
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