08.11.2011
Reformierte Konferenz
Fragen christlicher Existenz

Dietrich Bonhoeffer 1906-1945
In den Räumen der Niederländisch-reformierten Gemeinde, Katernberger Str. 63, findet am Samstag, 12. November, 15:00 Uhr, mit Prof. Dr. Bertold Klappert eine »Reformierte Konferenz« zu dem Thema »Dietrich Bonhoeffer und die Juden« statt. Frühzeitig wie kaum ein anderer hat Dietrich Bonhoeffer seine Kirche gemahnt, gegen die Diffamierung und Verfolgung jüdischer Menschen aufzustehen.
Als die Bekennende Kirche sich noch nahezu ausschließlich damit befasste, wie sie ihren eigenen Bereich gegen die Eingriffe des Hitlerregimes schützen könne, schaute Bonhoeffer schon weiter und sah im Judenhass des Nationalsozialismus eine theologische Irrlehre am Werk. »Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen« und »Der Jude hält die Christusfrage offen« – diese Aussagen Bonhoeffers erinnern daran, dass die Frage nach dem Verhältnis von Christen und Juden mitten in das christliche Selbstverständnis hineingehört. In seinen Briefen aus dem Gefängnis befasst sich Bonhoeffer öfter mit der Frage nach der Bedeutung des Alten Testamentes für das Christentum. Er ist der Überzeugung, dass ein Christentum, das sich einseitig am Neuen Testament orientiert, die Diesseitigkeit des Glaubens und damit auch die Kraft des Evangeliums zu verlieren droht.
Bonhoeffers Leben und Theologie ist für die Kirchen nach wie vor eine große Herausforderung, der sich die »Reformierte Konferenz Bergisches Land« stellen will.
foto: gep/epd-bild
text: lüchtenborg/ör-mg
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