01.09.2011
1. September
Antikriegstag erinnert an 01.09.1939
Veranstaltungen zum Antikriegstag erinnern an Kriegsbeginn 1939
Mit deutschlandweit rund 140 Veranstaltungen begehen Friedensgruppen, Kirchen und Gewerkschaften am 1. September den diesjährigen Antikriegstag. Sie erinnern mit Kundgebungen, Lesungen, Mahnwachen, Diskussionen und Kranzniederlegungen an den deutschen Überfall auf Polen am 1. September vor 72 Jahren, mit dem der Zweite Weltkrieg in Europa begann. Zugleich wenden sich viele Friedensgruppen auch gegen die Doktrin der „vorbeugenden“ Kriegsführung im Rahmen des weltweiten „Kriegs gegen den Terrorismus“ und fordern den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Allein in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Friedenskooperative Bonn knapp 30 Aktionen angemeldet. Den Auftakt macht bereits am Samstag eine antifaschistische Fahrradrundfahrt durch Aachen, zu der unter anderem die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes aufgerufen haben. Am Montag findet in Hattingen ein „Event gegen Rechts“ statt.
In Aachen wird am 1. September wieder der Aachener Friedenspreis verliehen, der in diesem Jahr an den Freiburger Abrüstungs- und Friedensaktivisten Jürgen Grässlin und die Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) geht.
In Duisburg hält der evangelische Pfarrer Jürgen Widera vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt im DGB-Haus eine Gedenkrede zum Antikriegstag. Anschließend eröffnet DGB-Landeschef Andreas Meyer-Lauber eine Ausstellung mit dem Titel „Seid wachsam“.
In Witten findet unter der Überschrift „Damals wie heute: Nein zum Krieg!“ in der evangelischen Johanniskirche ein Friedensgebet mit anschließendem Gang zum Mahnmal im Lutherpark statt.
Veranstaltungen gibt es am Antikriegstag auch in Essen, Lübbecke, Schwerte, Oberhausen und Mülheim/Ruhr.
Der Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ lädt am 3. September zur Mahn und Gedenkveranstaltung „Für Frieden - gegen atomare Bedrohung“ auf dem Gelände des sowjetischen Soldatenfriedhofs in Stukenbrock ein. Peter Strutynski vom Kasseler Friedensforum wird dort die Gedenkrede halten.
Am 11. September, dem zehnten Jahrestag der Anschläge in New York und Washington, veranstaltet die evangelische Studentengemeinde Münster eine Diskussion zum Thema „Krieg, Menschenrechte und Völkerrecht heute“.
Am 15. September heißt es in Wuppertal auf einer Veranstaltung des örtlichen Friedensbündnisses mit Jürgen Rose vom „Darmstädter Signal“: „Bundeswehr - quo vadis?“.
Internet: www.friedenskooperative.de
„Blumen für Stukenbrock“ erinnert an Überfall auf Sowjetunion
Mit einer Mahn- und Gedenkveranstaltung erinnert der friedenspolitische Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ am 3. September an den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die damalige Sowjetunion vor 70 Jahren. Mit diesem völkerrechtswidrigen Krieg habe auch der Leidensweg der russischen Kriegsgefangenen im westfälischen Stukenbrock begonnen, erklärte der Arbeitskreis in Stukenbrock bei Porta Westfalica. Zur Kranzniederlegung auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof erwartet der Verein zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland.
Da es heute immer weniger Zeitzeugen in den am Krieg beteiligten Ländern gebe, sei die kollektive Erinnerung umso wichtiger, betonte der Arbeitskreis weiter. Der Vorsitzende Hubert Kniesburges wies auf das Friedensgebot des deutschen Grundgesetzes hin. Auf dem benachbarten Truppenübungsplatz Senne würden noch immer Soldaten für jetzige und künftige Kriege ausgebildet, kritisierte Kniesburges. Hinter verschlossenen Türen stimme die Bundesregierung dem Panzergeschäft mit Saudi-Arabien zu und unterstreiche damit die führende Rolle Deutschland im Waffenexport.
Das Kriegsgefangenenlager Stalag 326 wurde am 2. April 1945 durch die US-Armee befreit. Mehrere tausend Gefangene hätten an diesem Tag bereits den Kampf um die Befreiung selbst aufgenommen und hätten mit Hilfe der Amerikaner den Sieg über die unmenschliche Gefangenschaft erlebt, hieß es. Im Lager Stalag 326 wurden zwischen 1941 und 1945 mehr als 65.000 Kriegsgefangene und Zwangsverschleppte zu Tode gequält. Der Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ pflegt seit über 40 Jahren die Erinnerung an das Schicksal der Kriegsgefangenen.
text: epd-west/ör-wj
foto: deutsches bundesarchiv
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