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24.10.2011

Diakonie

Flüchtlinge besser schützen

Die Diakonie fordert einen besseren Schutz der weltweit 43 Millionen Flüchtlinge. Zwei Drittel von ihnen müssten ohne internationalen Rechtsschutz auskommen, weil sie keine Staatsgrenzen überschritten hätten, kritisierte die Diakonische Konferenz, das Aufsichtsgremium des bundesweiten Diakonischen Werks, am Donnerstag in Halle (Saale).

Das neue Diakonie-Vorstandsmitglied Maria Loheide kündigte auf der Jahrestagung an, sie werde sich dafür einsetzen, dass sozialpolitische Maßnahmen auch wirklich die Lebenssituation von Menschen verbessern. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Vizepräsidentin des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Direktorin von „Brot für die Welt“, appelierte an Deutschland und die EU, sich stärker für die Neuansiedung von Flüchtlingen einzusetzen. Die Länder, in denen die Menschen zuerst Zuflucht suchten, seien meist mit der Aufnahme der Vertriebenen überfordert. Von den weltweit benötigten 170.000 „Resettlement“-Plätzen werden nach UN-Angaben lediglich 80.000 von den Industriestaaten und davon lediglich ein Zehntel von der EU bereit gestellt.

Die Diakonie fordert zudem eine Ausweitung des Flüchtlingsschutzes. Auch Menschen, die wegen der Folgen des Klimawandels und aufgrund extremer Armut ihre Heimat verließen, müssten anerkannt werden. Von den weltweit über 43 Millionen Menschen lebten laut Diakonie vier Fünftel in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Die meisten von ihnen seienseit mehr als fünf Jahren auf der Flucht. Nur wenige von ihnen würden offiziell als Flüchtlinge anerkannt und fänden Zuflucht in einem anderen Land.

Die frühere westfälische Diakonie-Referentin Loheide sagte in ihrer Vorstellung auf der Diakonischen Konferenz, die am Donnerstag zu Ende ging, die Diakonie müsse sich als evangelischer Wohlfahrtsband sozialpolitisch deutlich positionieren: „Wir dürfen die betroffenen Menschen nicht aus dem Blick verlieren.“

Loheide hatte Anfang des Monats ihre Arbeit als sozialpolitischer Vorstand des Diakonie-Bundesverbandes aufgenommen. Sie ist dort zuständig für die sozialpolitischen Zentren Gesundheit, Rehabilitation und Pflege sowie die Bereiche Familie, Integration, Bildung und Armut, für die Europaarbeit der Diakonie sowie für das Diakonische Institut für Qualitätsentwicklung. Loheide folgte als sozialpolitischer Vorstand auf die
SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese, die die Diakonie im Januar verlassen hatte.

text: epd-west/ör-wj

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