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31.08.2011

SprInt-Transfer

"Wir schaffen Verständigung"

Die Wuppertaler "SprInter" bei der Examensfeier 2010

Neue Wege zur interkulturellen Verständigung im Alltag von Behörden und Institutionen
Evangelische Akademie im Rheinland und Diakonie Wuppertal stellen neuen Ansatz vor

„Eine Willkommenskultur braucht auch eine Willkommensstruktur“ unterstrich NRW-Integrationsminister Guntram Schneider, als er jetzt den Entwurf für ein NRW-Integrationsgesetz vorstellte, das im September in die parlamentarischen Beratungen gehen wird. Immer noch sind es vor allem Verständigungsbarrieren, die Migrantinnen und Migranten den Zugang zu Angeboten im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen erschweren.

An der Evangelischen Akademie im Rheinland findet am 6./7. September 2011 eine bundesweite Konferenz statt, die über einen neuen Ansatz informiert, der hier Abhilfe schaffen kann:

„Wir schaffen Verständigung!“
Professionelle Sprach- und Integrationsmittlerinnen und Integrationsmittler – eine innovative Dienstleistung zur interkulturellen Öffnung
Bundesweite Konferenz in Kooperation mit der 

Evangelischen Akademie im Rheinland
Mandelbaumweg 2, 53177 Bonn
Tel.: +49 228 9523 201
info@akademie.ekir.de

Seit 2002 bildet die Diakonie Wuppertal Menschen mit Migrationshintergrund zu professionellen Sprach- und Integrationsmittlern (SprInt) aus, seit 2009 im Rahmen des Projekts „SprInt-Transfer“.  Nach ihrer Ausbildung unterstützen sie Behörden und Einrichtungen bei der Verständigung mit Zuwanderern, indem sie fachkundig dolmetschen und bei soziokulturellen Fragen vermitteln. Ihr Einsatz wirkt Kosten sparend und erhöht die Effizienz der Dienste. Mit dem SprInt-Zertifikat ist zudem erstmalig ein bundesweiter Standard für Sprach- und Integrationsmittler von der Diakonie Wuppertal entwickelt worden.

Kooperationspartner in sechs Bundesländern bilden bereits Migranten nach dem Wuppertaler Modell aus. Die Ergebnisse dieses bundesweiten Projektes werden auf der Tagung vorgestellt, die darüber hinaus Information und Erfahrungsaustausch miteinander verbindet.

Einführende Statements zum Thema kommen von Arif Ünal MdL, Vorsitzender des Unterausschusses Integration des Landtags NRW, von Romy Bartels, im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Referatsleiterin u. a. für den Europäischen Integrationsfonds und von Achim Pohlmann, Leiter des Migrationsdienstes bei der Diakonie Wuppertal. Im Eröffnungsreferat von Prof. Dr. Theda Borde, Rektorin der Alice Salomon Hochschule Berlin, einer Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, geht es um „Qualität interkultureller Kommunikation im Gesundheits- und Sozialwesen“ und der Sprach- und Integrationsmittler, Servet Ciftehan stellt das Dienstleistungs- und Berufsprofil der SprInt vor.

Fachkräfte aus NRW, Berlin, Niedersachsen und Bremen geben dann Einblick in ihre Arbeit mit Sprach- und IntegrationsmittlerInnen: Sie berichten über den Einsatz von Sprach- und Integrationsmittlern bei Familien mit Migrationshintergrund, in der psycho-sozialen Beratung, in therapeutischen Zusammenhängen und im Bildungsbereich. Finanzierungsmodelle und mögliche Auftraggeber werden ebenfalls angesprochen. Thomas Spang vom Bundesamt für Gesundheit in Bern stellt Erfahrungen aus der Schweiz vor, wo es seit 2008 ein staatlich anerkanntes Berufsbild „Interkulturelles Übersetzen“ gibt.

Die Tagung schließt mit einem Abschlusspodium zu Handlungsempfehlungen zur Finanzierung der Dienstleistung in den Regeleinrichtungen. Daran nehmen u. a. Ministerialrat Dr. Hartwig Stock, Leiter des Referats für Maßnahmen der Integrationsförderung im Bundesministerium des Innern, und Manfred Hoffmann vom Geschäftsbereich Soziales und Integration bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. teil.

Die Referent/-innen und die bundesweiten Transferpartner stehen im Rahmen einer Posterpräsentation für Gespräche zur Verfügung.

Sylvia Löhrmann, stellv. Ministerpräsidentin und Ministerin für Schule und Weiterbildung und Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen begrüßen ausdrücklich die Initiative und das junge Berufsfeld.

text: tamayo/ör-wj
foto: kirchenkreis

 

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