04.10.2011
Fachbereich Pflege
»Ich wollte immer was Soziales machen«
Jung und kompetent: Neuer Diakonie- Fachbereichsleiter aus dem hohen Norden
Wenn man auf Andreas Polacks berufliche Laufbahn zurückblickt, fällt vor allem eines auf: Der 42-Jährige hat sich seit je her im sozialen Bereich betätigt. »Ich wollte immer was soziales machen«, so Polack. Und diesem Grundsatz bleibt sich der gebürtige Brunsbütteler auch weiterhin treu: Ab Anfang diesen Monats wird er neuer Fachbereichsleiter Pflege in der Wuppertaler Diakonie.
Doch es gab zahlreiche Stationen für ihn, bevor er den Weg nach Wuppertal fand. Nach der Schule machte Polack 20 Monate Zivildienst, bevor er die Ausbildung zum Krankenpfleger in Brunsbüttel absolvierte und schließlich in Emden Sozialwesen studierte.
Während des Studiums arbeitete er wieder als Krankenpfleger. Seine erste Heimleiterstelle bekam Polack 1998 bei St. Birgitta in Bremen. Diese Einrichtung musste komplett renoviert werden, dort entschloss man sich schließlich ganz neu zu bauen. Der Neubau dauerte eineinhalb Jahre, während dieser Zeit war Heimleiter Polack mit Personal- und Bewohnermanagement und schließlich mit dem Umzug beschäftigt.
Aus dieser Position kam er in die Abteilung Altenpflege des Caritas-Landesverbandes Bremen und wurde dort Abteilungsleiter mehrerer Einrichtungen. An dieser Stelle war noch lange nicht Schluss, er wollte noch mehr erfahren. »Ich war Anfang dreißig und habe mich gefragt, ob ich das bis zum Ende machen möchte«, erzählt Andreas Polack. Er kam zum Schluss, dass er mehr über den Bereich Demenzkranke wissen und lernen wollte. Es gab damals nur einen passenden Studiengang, und zwar an der Nürnberger Friedrich-Alexander Universität. Gedacht, getan: Nach vier Semestern war Polack Diplom-Psychogerontologe. Durch Zufall ist er während seiner zweiten Studienzeit an eine Berufsfachschule für Altenpflege gekommen. An dieser Schule wurde er Lehrer und arbeitete in dieser Anstellung vier Jahre.
Den ersten Kontakt mit dem Diakonischen Werk bekam der Familienvater in Kropp, einem kleinen Ort nähe Eckernförde. Nach einer Anzeige der Stiftung Diakoniewerk Kropp wurde er dort Pflegedienstdirektor für Norddeutschland. »Da war ich nicht lange. Kurz gesagt: Meine Frau und die nordfriesische Tundra waren nicht so kompatibel«, verrät Andreas Polack mit einem Schmunzeln. Den Sprung nach NRW machten die Polacks 2009, weil seine Frau dort studierte.
Durch eine »superinteressante« Ausschreibung einer Personalfirma wurde er auf eine freie Stelle aufmerksam. »Die Ausschreibung war spannend, das war genau das was ich wollte«, berichtet Polack. Genau diese Stelle wird er nun bei der Diakonie Wuppertal besetzen. Unter seine Leitung fallen ab jetzt Haus Hardt, die Einrichtungen Kasino- und Blankstraße, der ambulante Pflegedienst sowie der ambulante Hospizdienst Pusteblume. Besonders schön findet er, dass er bei seinem neuen Arbeitsplatz Dinge mitgestalten und anpacken darf.
Für Polack ist es etwas Besonderes, für die Diakonie zu arbeiten. »Ich habe mich bewusst gegen private Anbieter entschieden, dort geht es in erste Linie ums Geldverdienen. Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, das gilt bei Mitarbeitern und bei Patienten«, erläutert Andreas Polack seinen Grundsatz. Eine erste große Aufgabe für ihn wird die Renovierung des reformierten Gemeindestiftes Elberfeld sein. »Das Gebäude hat wahnsinniges Potential. Das sieht man schon daran, wo es platziert ist, aber auch an den Gebäuden und an der Palette, die man anbietet«, freut sich der frischgebackene Fachbereichsleiter über die zukünftige Entwicklung dieser Einrichtung.
Große Freude fand der Norddeutsche nach dem Umzug nach Wuppertal auch an seiner neuen Umgebung. »Ich kannte Wuppertal vorher gar nicht, ich bin angenehm überrascht. Wuppertal ist eine Stadt, in der man sich sehr wohlfühlen kann«, so der Eindruck. Er lebt hier zusammen mit seiner Frau, einer Schulsozialarbeiterin, und seiner vierjährigen Tochter.
Hobbymäßig interessiert sich Polack für Angeln und für seinen Lieblingsverein, den (norddeutschen) FC St. Pauli. Nach einem Monat Urlaub beginnt nun seine offizielle Tätigkeit bei der hiesigen Diakonie. »Ich kann es kaum erwarten, ich scharre schon mit den Hufen«, freut sich Andreas Polack, der mit viel
Erfahrung und großem Tatendrang wohl viel frischen, nordischen Wind in die Wuppertaler Diakonie bringen wird.
text + fotos: jan kleinschmidt/ör
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