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01.09.2011

Sprach-los

LutherActivities mit viel Wellness

Verein für Deutsche Sprache kritisiert auch Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, ist zum »Sprachpanscher des Jahres 2011« ernannt worden. Interessanter ist der dritte Platz: Als Drittes wird die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit ihrem Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider kritisiert. Die Sprachpuristen bemängeln bei der EKD eine wachsende Zahl von Anglizismen in kirchlichen Veranstaltungstiteln. So wolle die Kirche ihre Gläubigen mit »LutherActivities«, »Wellness für die Männerseele« oder »marriage weeks« bei der Stange halten. Lesen Sie dazu auch eine Gegenrede im Link unter diesem Artikel.

Zu den Aktivitäten der Telekom und René Obermann hieß es, das Unternehmen habe seine Kunden über Jahre hinweg mit englischen Sprachimporten verärgert. Nahezu alle Telekom-Tarife hätten englische Namen, vom »Weekend Flat« über den »Entertain Comfort« bis hin zu »Call & Surf Mobile Friends«, begründete der Verein für Deutsche Sprache am Freitag in Dortmund die Verleihung des Negativpreises. René Obermann ist nach Ron Sommer im Jahr 1998 bereits der zweite Telekom-Chef, der die zweifelhafte Ehre der »Auszeichnung« für sprachliche Fehlleistungen bekommt.

Auf Platz zwei wählte die Jury des Vereins Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Sie habe sich negativ durch Anglizismen wie den »equal pay day« hervorgetan, erklärte der Vereinsvorsitzende Walter Krämer.

Mit der Wahl des »Sprachpanschers« will der Verein für Deutsche Sprache die deutsche Gesellschaft nach eigenen Angaben dazu bringen, mehr Verantwortung für ihre Sprache zu übernehmen. Zu den 34.000 Mitgliedern des nach eigenen Angaben größten Sprach- und Kulturvereins in Deutschland gehören auch Prominente wie Hape Kerkeling, Dieter Hallervorden, Reinhard Mey und Jürgen von der Lippe.

text wjacken-ör/epd

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