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19.10.2011

KiHo

Zwei würdige Ehrendoktoren

Die Kirchliche Hochschule hat heute in einer gelungenen Veranstaltung den Titel eines "Doktors der Theologie ehrenhalber" gleich an zwei Männer der Kirche verliehen.

Im voll besetzten Audimax auf der Hardt wurden Dozent Wilhelm Köhler und Präses Nikolaus Schneider von Rektor Prof. Henning Wrogemann (im Foto links) begrüßt und durch die Laudatoren Prof. Hellmut Zschoch (für Köhler) und Prof. Johannes von Lüpke (für Schneider) eindrucksvoll und treffend charakterisiert.
(Die Ansprachen finden Sie im Wortlaut unten im Download-Bereich als pdf-Dateien / Bilder von der Veranstaltung unten im FOTOALBUM)

Die Auszeichnung wurde verliehen:

an Wilhelm Köhler,
in Würdigung seines von theologischer Urteilskraft und evangelischem Selbstbewusstsein getragenen Einsatzes in der presbyterial-synodalen Leitung und Gestaltung der Kirche und in Anerkennung seines unermüdlichen Beitrags zur philologischen und historischen Bildung von Generationen von Theologinnen und Theologen.
Wilhelm Köhler, der von 1973 bis 2000 an der Kirchlichen Hochschule als Dozent für Griechisch, Latein und die Geschichte des Altertums und des Mittelalters lehrte, war bis zu seinem 75. Lebensjahr in vielen Gremien und Synoden mit philologischer Akribie an Prozessen der Ordnung und Neugestaltung der Evangelischen Kirche im Rheinland tätig.

Wilhelm Köhler begann seine Dankesrede mit einem Lebensmotto: "Durch lehren lernen wir!". Eine Erfahrung, die er schon als Erstklässler machte, als er alle Erkenntnis des Schulwesens an seine jüngere Schwester weitergab. Die Erinnerung an den legendären Satz "100 Jahre sind genug", der dem Vereinigungsprozess der beiden Kirchenkreise vorausging, nahm Köhler auf und wagte im Blick auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 die Postulierung: "500 Jahre sind genug!"

Und natürlich gab er den zahlreichen Synodalen und der Kirchenleitung noch sechs Punkte zum Umgang mit der Kirchenordnung auf den Weg...

 

Und an Nikolaus Schneider,

in Würdigung seiner Verdienste um eine evangelische Theologie, die im Geist der Theologischen Erklärung von Barmen Zuspruch und Anspruch des Evangeliums bezeugt, Verantwortung in der Leitung der Kirche wahrnimmt und für soziale Gerechtigkeit eintritt.
Nikolaus Schneider war zunächst Pfarrer, dann Superintendent des Kirchenkreises Moers, bevor
er als Oberkirchemat Vizepräses und im Jahr 2003 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland wurde. Er ist seit 2010 als Ratsvorsitzender der EKD zugleich der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Nikolaus Schneider erinnerte an seinen Zeit an der Kirchlichen Hochschule: "Seit ich hier in der zweiten Reihe saß und Hebräisch gelernt habe fühle ich mich geborgen in dem Wort, das am Anfang war, wie es hier an der Wand geschrieben steht, nicht nur als Lernender, sondern auch später als Lehrender und Leitender. Geborgen aber auch in den dunklen und hellen Zeiten meines Lebens. Diesem Wort nachzuspüren ist unsere Aufgabe, in der Theologie, aber auch im ´Geheimnis der Welthaftigkeit´ dieses Wortes in unserem alltäglichen Tun."

Er erinnerte an den "glücklichen Zustand" seiner zwei Semester an der KiHo die sein Leben bestimmten; im ganzheitlichen Erleben der Gemeinschaft von Lernenden wie in der Begegnung mit seinen Lehrern der Theologie. Beglückend aber auch, weil er seine Frau Anne in dieser Zeit kennen und lieben lernte. "Diese zwei Jahre haben den Geschmack vom tiefen Glück theologischer Existenz bekommen" sagte der Präses sichtlich bewegt.

 

Präses vernichtet Fliege-Essenz?
Beim anschließenden Empfang in mehreren Räumen der Hochschule stockte anwesenden kurzzeitig der Atem, als ein gutgelaunter frisch gekürter Ehrendoktor mit einem besonderen Wässerchen anzutreffen war, das von weitem durchaus als ´Fliege-Essenz´ hätte durchgehen können.

Doch die genauere Betrachtung (Foto bitte anklicken!) brachte die Gewissheit, dass es lediglich das beliebte "Fiege-Pils" war, mit dem der Präses zu vorgerückter Stunde entspannt den Abend ausklingen ließ.

Und da der Fahrdienst bei Wasser und Apfelsaft den Abend verbrachte, war eine vorschriftsmäßige Heimfahrt natürlich gesichert.

text: kiho/werner jacken/ör-wj
fotos: werner jacken

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