16.09.2011
Rathaus
"Gott segne diese Stadt"

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Die herzliche Verbundenheit zwischen dem (evangelischen) Präses und dem (katholischen) Oberbürgermeister prägte die Feierstunde anlässlich des Eintrags in das Goldene Buch der Stadt von der ersten bis zur letzten Minute.
Peter Jung freute sich über die vielen Gäste, die zu diesem Anlass in Rathaus gekommen waren und begrüßte namentlich die Ehrenbürgerin und Alt-Oberbürgermeisterin Ursula Kraus, den Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde, Leonid Goldberg, sowie die Abgeordnetes des Deutschen Bundestages, Jürgen Hardt, Peter Hintze und Manfred Zöllmer.
Er erinnerte an die Begegnungen mit Präses Schneider, seine Reden und insbesondere sein soziales Engagement, das sich auch im Einsatz für die finanzschwachen Kommunen gezeigt habe. Im Blick auf den bevorstehenden Papstbesuch würdigte der Oberbürgermeister auch Schneiders Eintreten für die Ökumene.
Und er erinnerte an die ursprüngliche Absicht, den Besuch Schneiders mit der Enthüllung eines Straßenschilds für die neue Karl-Barth-Straße in Langerfeld zu verbinden. Da die Erschließung der Grundstücke im Gebiet Heinrich-Böll-Straße und Peter-Beier-Straße aber noch nicht abgeschlossen sei "freuen wir uns besonders, dass Sie im nächsten Jahr zur Straßenbenennung wieder nach Wuppertal kommen müssen", folgerte Jung schmunzelnd. Als Erinnerung an den ausstehenden Termin erhielt der Präses ein Original-Straßenschild der "Karl-Barth-Str." für sein Büro.
Spontan lud der Oberbürgermeister auch Anne Schneider zur Unterschrift ins Goldene Buch ein, denn schließlich habe das junge Paar sich ja in Studentenzeiten auf der Hardt in Wuppertal kennen- und liebengelernt.

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Superintendentin Ilka Federschmidt erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass der Eintrag ins Goldene Buch auch eine Ehre für die Stadt sei und für alle die in ihr Verantwortung trügen. Mit Blick auf Karl Barth betonte sie die Verbundenheit von Christengemeinde und Bürgergemeinde: "Die Christengemeinde achtet die Würde der Bürgergemeinde mit ihrem Respekt in ihrem Fürbittengebet, und nicht zuletzt auch, wenn unser Präses sich öffentlich für die ausgezehrten und klammen Kommunen einsetzt." Und der Eintrag des Präses ins Goldene Buch "würdigt stellvertretend für uns die Bürgergemeinde hier am Ort."
Die Aufgabe der Christengemeinde sei es nach Barth, "im Leben der Gesellschaft an die Freiheit der Gnade Gottes zu erinnern, an sein Reich und seine Gerechtigkeit. Sie tut es mit ihren Grenzen und in ihrem Versagen, in Verkündigung, Seelsorge und Diakonie, eben auch in unserer Stadt."
Nikolaus Schneider dankte sichtlich bewegt für die Auszeichnung der Stadt Wuppertal, "denn entscheidende Ereignisses unseres Lebens verbinden wir mit dieser Stadt". Neben der Theologie, die er prägend auf dem Heiligen Berg erfahren habe, verbunden mit der Einsicht, die Heilige Schrift als Ganzes zu sehen, eben auch der Anfang eines gemeinsamen Lebenswegs mit seiner Frau Anne, der er ausdrücklich und anrührend dankte für die gemeinsame Arbeit.
"Der Segen Gottes wirkt sich aus, wenn die Stadt nicht zuerst fragt nach den Investments sondern zuerst fragt nach dem was grundlegend als Fundament für das Zusammenleben der Menschen wichtig ist. Dann wird der Segen in schwierigen Zeiten durchtragen und dann kommt das Wirtschaftliche sicher wieder dazu. Gott segne diese Stadt, die Bürgerinnen und Bürger, und alle, die hier Verantwortung tragen."
Der Feierlichkeit im Rathaus folgte eine familiäre Bergische Kaffeetafel in der CityKirche in Barmen, dem Ort der Barmer Theologischen Erklärung, mit Blick auf die Bergische Synagoge.
text: werner jacken/ör-wj
fotos: martin göbler/werner jacken
audios: öffentlichkeitsreferat

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Der Eintrag ins Goldene Buch im Wortlaut:
Ich fasse biblische Weisheit so zusammen:
Auf dem Fundament von Wahrheit, Gerechtigkeit und Solidarität
gedeiht das Leben der Stadt -
Gott segne diese Stadt und alle ihre Bürgerinnen und Bürger.
Nikolaus Schneider und Anne Schneider
Danke der Stadt Wuppertal für das "Wurzel-Sein"
für unser irdisches Lebensglück!
Die Redebeiträge zum Anhören:
Peter Jung,
Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal
- Begrüßung
- Würdigung
Ilka Federschmidt,
Superintendentin des Kirchenkreises Wuppertal
Nikolaus Schneider,
Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland
und
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
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