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22.12.2009

WeihnachtsFrieden

Kleine und Jacken wünschen frohes Fest

Dr. Werner Kleine (l) + Pfarrer Werner Jacken

Kein Fest des falschen Friedens

Wie alle Jahre wird auch in diesem Jahr Weihnachten gefeiert. Das Jahr 2009 ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Viel ist von Krise geredet worden – auch und gerade in unserer Stadt. Das Geld wird knapp. Starke Einschnitte drohen. Wenn man allerdings über die Weihnachtsmärkte zieht und durch die Innenstädt bummelt, scheint die Krise die Menschen wenig zu berühren.
Aber der Augenschein trügt. Auch in Wuppertal gibt es Menschen, die nicht auf der Seite der Gewinner stehen. Man sieht sie nur nicht im Lichterglanz der Innenstädte und in der Aufgeregtheit des Weihnachtstrubels – die Einsamen und Armen, die Kranken und Sterbenden, die Unglücklichen und Traurigen.
Weihnachten wird von vielen als Fest der Liebe und des Friedens gesehen. Als der Sohn Gottes vor der kleinen Stadt Bethlehem in der Dunkelheit eines Stalls zur Welt kam, waren Hirten die ersten, die die Botschaft des Engels hörten: „Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“. Der hier verkündete Friede ist mehr als die Abwesenheit von Streit. Dieser Friede ist der Schalom, der Friede, Heil und Wohlergehen umfasst.
Dieser Friede ist auch unserer Stadt zu wünschen. Aber er geschieht nicht von selbst. Auch die Hirten warteten nicht einfach auf den Frieden. Sie standen auf und machten sich auf den Weg nach Bethlehem. Dort begegneten sie aber nicht nur dem Kind im Stall. Auch Könige aus dem Osten waren da, die wahrhaft königliche Reichtümer darbrachten. Reich und Arm treffen im Stall zu Bethlehem aufeinander. Vor dem Kind gehen sie aber beide auf die Knie. Vor Gott ist der Unterschied zwischen Arm und Reich gleichgültig.
Vielleicht weist uns die Weihnachtsgeschichte einen neuen Weg: Menschen, macht euch auf, wie die Hirten vor Bethlehem. Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand. Wartet nicht! Und erinnert euch, dass Eigentum verpflichtet. Frieden kann keiner für sich alleine haben. Er stellt sich nur ein, wenn die Solidarität alle betrifft – und das gilt für Menschen wie für Städte. Verliert dabei das große Ziel nicht aus den Augen: Begnügt euch nicht mit einem falschen Frieden, sondern sucht Schalom, den wahren Frieden.

Frohe Weihnacht wünschen Ihnen

Werner Jacken    und Dr. Werner Kleine
Evangelische und Katholische Kirche in Wuppertal

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