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19.09.2009

Polizei mit anderen Augen

Claudia Kiehn und die Grünen

Landespolizeipfarrerin Claudia Kiehn in ihrem Büro in Wuppertal mit stummer Begleitung.

„Hmmh, so habe ich das ja noch nie gesehen“, reagiert der junge Mann ernst, der mir eben noch etwas belustigt zugerufen hatte: „Das soll doch wohl ein Scherz sei, dass es für Polizisten eigene Pfarrer gibt?.“ „Doch, die gibt es“, entgegne ich dem Spötter, „und zwar aus gutem Grund!“   Denn wenn man die Zeitungen liest  und bei jedem Artikel kurz überprüft, ob in dem Geschehen vielleicht auch die Polizei beteiligt war, so wird einem schnell deutlich: Ob beim harmlosen Verkehrunfall, bei der Steuerhinterziehung, beim Tod mit ungeklärter Todessache, bei der schweren Körperverletzung, einer Vergewaltigung oder einer Kinderleiche - immer sind es Menschen in Uniform, die mit Gewalt, Tod, Leid und Elend dieser Welt zu tun haben. In der Regel gelingt es Polizistinnen und Polizisten hochprofessionell und zum Wohle unserer Gesellschaft auch in all diesen extremen Situationen „zu funktionieren“. Dabei ist es schwer, keine „Schwarte auf der Seele“ zu bekommen, sondern trotz der vielen schweren Erfahrungen und der Gefahr für Leib und Leben, gesund zu bleiben – an Körper und Seele.
Darum unterstützen die Polizeipfarrerinnen und -pfarrer der christlichen Kirchen unsere Polizistinnen und Polizisten solidarisch und kritisch. Wir begleiten sie in ihrem täglichen Dienst und in Krisensituationen, bereiten sie im Ethikunterricht auf die Belastungen vor und machen für sie besondere kirchliche Angebote.

Wenn Sie einen ganz neuen Blick auf die Arbeit von Polizistinnen und Polizisten und die besonderen Belastungen und Anforderungen, denen sie in ihrem Beruf ausgesetzt sind, bekommen wollen, sind Sie herzlich eingeladen zur Ausstellung „Cop-Art: Polizei mit anderen Augen“, die vom 21. September bis zum 1. November während der Öffnungszeiten in der Geschäftsstelle Elberfeld der Sparda-Bank, Bankstraße 3, 42105 Wuppertal, zu sehen ist.
Zehn Künstlerinnen und Künstler aus Nordrhein-Westfalen – darunter auch die Wuppertaler Krankenhauspfarrerin Michaela Kuhlendahl - haben genau hingesehen und zehn lebensgroße und beeindruckende Polizeifiguren mit unterschiedlichen Techniken gestaltet.
Eine dieser Polizeifiguren wird im Mittelpunkt eines Gottesdienstes für Polizei und Gemeinde stehen, der um 11.30 Uhr in der CityKirche Elberfeld, Kirchplatz 2, beginnt. Er steht unter der Überschrift „Die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit“. Im Gottesdienst wird u.a. der Leitende Polizeidirektor der Wuppertaler Polizei, Georg Schulz, mitwirken.

Claudia Kiehn ist Landespfarrerin für Polizeiseelsorge und wohnt in Wuppertal

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